Ökonomen retten die Welt

Heute ist mein Buch „Ökonomen retten die Welt“ im Finanzbuchverlag erschienen. Ich erzähle darin von Ökonomen, die Menschenleben retten, Verbrecher jagen, den Klimawandel bremsen und Wahlfälscher überführen. Meine These: Ökonomen sind Superhelden. Denn ihre Modelle, Denkmethoden und Datenbanken sind mächtige Waffen im Kampf gegen Armut, Hunger und Umweltzerstörung und sie finden ungewöhnliche Lösungen für große Probleme.

Ich möchte damit zeigen, dass die Ökonomik eine sehr wertvolle Wissenschaft ist und der schlechte Ruf, den Ökonomen im Moment haben, großen Teilen der Disziplin nicht gerecht wird. Ökonomen gelten als Pseudo-Wissenschaftler, die sich in realitätsfremde Modelle eingraben und mit ihren Prognosen ständig daneben liegen. Leider ist an einigen dieser Vorwürfen durchaus etwas dran. Die Finanzkrise von 2008 war für viele Ökonomen tatsächlich ziemlich peinlich, weil sie die Katastrophe zum einen nicht kommen sahen und zum anderen sogar dazu beigetragen haben, dass sie passieren konnte. Und auch nach der Krise haben Ökonomen nicht viel unternommen, um ihren Ruf aufzupolieren. Sie fielen vor allem durch lautstarke Streitereien und seltsame Aufrufe für oder gegen irgendeine Politik auf. Karl-Heinz Thielmann hat dazu vor zwei Tagen auf dem lesenswerten Wirtschaftsblog Blick Log eine interessante Analyse geschrieben. Die Kritik an den Wirtschaftswissenschaften geht inzwischen so weit, dass die Frage gestellt wird, ob die Ökonomik überhaupt eine Wissenschaft ist. Eine gute Antwort hat darauf gerade der frisch gebackene Nobelpreisträger Robert Shiller gegeben.

Ich finde, dass die Ökonomik eine der wichtigsten Wissenschaften überhaupt ist und die heftige Kritik, die momentan an ihr geübt wird, viele Felder dieser bunten Disziplin übersieht. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler haben mit den Fehlern vor der Krise und den öffentlichen Schlammschlachten nichts zu tun. Die Ökonomik besteht nicht nur aus Paul Krugman und Hans-Werner Sinn. Im Schatten dieser medial omnipräsenten Ökonomen arbeiten zahlreiche herausragende Wissenschaftler daran, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie helfen den Armen in Indien und Afrika, sie organisieren für todkranke Menschen ein Spenderorgan und sie helfen der Polizei im Kampf gegen mächtige Drogenkartelle. Um diese Geschichten geht es in meinem Buch, das ich hier auf dem Blog jede Woche ein bisschen weiterschreiben möchte. Ich werde in loser Reihenfolge spannende Forschungsergebnisse vorstellen, die zeigen, warum Ökonomen wahre Superhelden sind. Außerdem möchte ich die These aus meinem Buch aufgreifen, dass sich die Ökonomik gerade verwandelt. Sie fängt an, alte Grabenkämpfe zu überwinden und konzentriert sich darauf, Ergebnisse hervorzubringen, die das Leben der Menschen verbessern. Ich freue mich darauf, diese These auf dem Blog mit Lesern zu diskutieren. Gerne veröffentliche ich auch Gastbeiträge von Forschern, Studenten und allen, die sich für Ökonomik interessieren.

Wer mehr über mich und meine Arbeit erfahren will, findet in der Rubrik „Der Autor“ genaueres. Meine Texte in der ZEIT, dem Handelsblatt, auf ZEIT Online oder SPIEGEL Online verlinke ich auch immer auf meinem Twitter-Account @mabuhse.

Ich freue mich auch über Rückmeldungen zum Buch, sei es Lob oder Kritik. Per Mail bin ich unter autor@superheroeconomics.com zu erreichen.

One comment

  1. Frank Romeike

    Guten Abend Herr Buhse, besten Dank für die vielen faszinierenden Geschichten von den Ökonomen, die „oikonomia“ im Sinne von Aristoteles als „moralische“ Wissenschaft verstehen. Mit sehr viel Freude habe ich Ihr Buch verschlungen … ich werde das Buch unserer Redaktion als Buch des Monats vorschlagen. Gruß, Frank Romeike

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